Gartenbau und Selber machen – Warum der Aufwand?

Kennt ihr das Gefühl? Man ist nicht krank, fühlt sich seelisch aber nicht wohl in seiner Haut. Man ist der ganzen Hetzerei durch Leben und Alltag überdrüssig. Einkaufstempel und Supermärkte jagen Einem grausige Schauer über den Rücken.

Selber machen - das findet keine Grenzen. Warum auch?

Selber machen – das findet keine Grenzen. Warum auch?

Ganz so schlimm war es bei mir nicht, doch hatte ich das Gefühl, da etwas nicht stimmt. Das Nahrungs-Überangebot in den Läden, Lebensmittel die mit Preisen jenseits von Gut und Böse verramscht werden. Ein Bio-Einkäufer war ich mein bisheriges Leben lang noch nie gewesen, dafür saß mein Geiz viel zu tief. Bis vor wenigen Jahren kaufte ich stets beim ALDI die billigsten Lebensmittel und stopfte fast die ganze Bandbreite der industriellen Müllproduktion in mich hinein. Lange Zeit fühlte ich mich sicher auch wohl dabei, ich macht mir ja auch nie Gedanken über Produktion, Inhaltsstoffe und Herkunft. Bhgz69

Doch das änderte sich mit der Geburt unserer Tochter. Wie wir unsere Zeit verbringen, was wir essen und wie wir unsere Umwelt und uns selbst behandeln rückte plötzlich in den Vordergrund. Wo bisher meine Arbeit auf der Rangliste ganz oben stand, steht nun die Freude am Leben. Zu viele Zeitgenossen erlebte ich, die scheinbar keine echte Freude mehr am Leben haben. Will ich so enden? Meine Antwort war und ist ein klares Nein.

Aber was wollte ich denn überhaupt? Während der Bauphase unseres Hauses entdeckte ich meine Freude am handwerklichen Sägen, Hämmern und Schrauben wieder. Die ersten Kürbisse und Erdbeeren neben unserer Baugrube zeigten mir dann meine wahre Berufung. Pflanzen zu hegen und zu pflegen, sie beim Wachen zu beobachten, Früchte zu ernten und zu verarbeiten, das sind die Themen, mir seitdem auf dem Herzen liegen.

Mein Garten, ein kleiner Teil davon ...

Mein Garten, ein kleiner Teil davon …

Gleichsam mit der Gärtnerei kommt die Frage nach der Verwertung der Früchte des Feldes auf. Dies ging einher mit meiner aufkeimenden Skepsis gegenüber dem Supermarkt-Food. Es entstand der Wunsch, ein Großteil des eigenen Bedarfs durch den eigenen Garten zu decken. Gemüse selbst anbauen, das ist nun ein Teil meines Seins geworden.

Und er isst das Zeug? In der Küche setzt sich das Selbermachen fort und das bezieht sich nicht nur auf die Produkte des Gartens. Wer sich einmal mit der industriellen Brotproduktion beschäftigt hat, der wird nicht mehr so leichtfertig Backprodukte beim Bäcker oder beim Supermarkt einkaufen. Milchsäure, Zitronensäure, saure Phosphate, Quellmehle, Lecithin, Zucker, Ascorbinsäure, Enzympräparate, Sorbinsäure, Monoglyceride und vieles mehr. Wer solche Backmittel in Brot und Brötchen essen möchte, bitte sehr, ich mache da aber nicht mehr mit.

Brot-Backen - hier wird kein Aufwand gescheut

Brot-Backen – hier wird kein Aufwand gescheut

Es ist jetzt aber nicht so, dass ich akribisch die Fertigung und die Inhaltsstoffe industrieller Produkte auswerten würde. Nein, dazu ist mir meine Zeit zu schade. Ich meide solche Produkte soweit es möglich ist. Es genügt mir, ein paar Anhaltspunkte über die Industrie und das Profitinteresse von Menschen und Organisationen zu kennen, um bei Produkten und Informationen skeptisch zu werden. In diesem Sinne hat mir (im Nachhinein) Ilse Gutjahrs „Das große M.O. Bruker Ernährungsbuch“ viele Denkanstöße gegeben bzw. die vorhandene Skepsis bestätigt. Die Essensvernichter gaben mir schon vor einigen Jahren Denkanstöße in eine ähnliche Richtung.